Grundlagenexperimente zur Quantenmechanik. Das Einstein-Podolsky-Rosen Paradoxon.

Author(s): A. Zeilinger

Year: 1992

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Abstract:

Die erstaunlichen philosophischen Konsequenzen der Quantentheorie wurden nicht von allen Physikern widerspruchslos hingenommen. Am prominentesten war die Kritik durch Einstein, der ja selbst entscheidende Beiträge zur Entwicklung der Quantentheorie geleistet hat. Den Nobelpreis hat er nicht, wie vielfach fachlich angenommen wird, für die Relativitätstheorie erhalten, sondern für seine quantentheoretische Erklärung des Photoeffekts. Dies sei hier ohne eine nähere Erklärung nur erwähnt, um darzustellen, daß es sich bei Einstein als Kritiker der Quantentheorie nicht um einen Außenseiter auf diesem Gebiet handelt.

 

Einstein dürfte auch der erste Physiker (bereits 1917) gewesen sein, der die Problematik aufzeigte, die der Rolle des Zufalls in der Quantenphysik zukommt. Insbesondere nach 1925, als die neue Quantentheorie in ihrer heutigen Form durch Heisenberg, Schrödinger und Dirac formuliert worden war, versuchte Einstein an Hand trickreicher Gedankenexperimente zu zeigen, daß die Quantenmechanik nicht konsistent ist, also daß sie innere Widersprüche aufweist. Dies ist der Gegenstand seines berühmten Dialogs mit Niels Bohr anläßlich verschiedener Solvay Konferenzen. Jedes Mal gelang es Bohr, diese Position durch genaueste Analyse der Gedankenexperimente zu widerlegen.

 

Einstein hat in der Folge zugegeben, daß die Quantenmechanik widerspruchsfrei ist. Er hat allerdings sein ganzes restliches Leben lang an der Position festgehalten, daß die Quantenmechanik eine unvollständige Theorie sei und daß es eine unvollständige Beschreibung der Natur geben müßte, die nicht unter den Beschränkungen der Heisenbergschen Unschärferelationen leidet.

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