Der geologische Kohlenstoffkreislauf (Prozesse, Mengen, Änderungs¬raten) und die Klimadebatte)

11 03/2014

Tuesday, 11 Mar. 2014, 17:30 - 18:30

Presenter: Univ.Prof. Dr. Wolfgang Frank, Universität Wien, Labor zur Altersbestimmung von Gesteinen und Mineralen
Host: Chemisch-Physikalische Gesellschaft
Where: Lise-Meitner-Hörsaal, Fakultät für Physik, Universität Wien, 1090 Wien, Strudlhofgasse 4 / Boltzmanngasse 5, 1. Stock

Abstract:
Der saisonale Kohlenstoffkreislauf beschreibt die jährlichen Austauschmengen (bis zu 200 Gt C/a) zwischen den temporären Speichern Atmosphäre / Ozean / Biosphäre / Böden. Er wird durch die sehr geringen Mengen (ca. 0.2 - 0.3 Gt C/a) von Input (Vulkane etc.) und Output (Sedimente) des viel langsameren geologischen Kohlenstoffkreislauf in Gang gehalten. Mehrere Faktoren steuern die Klimageschichte der Erde. Eine maßgebliche Rolle spielten dabei die wechselnden, vergleichsweise aber geringen Mengenunterschiede zwischen Input und Output im geologischen C-Kreislauf. Dessen Kenntnis und weiterer damit verbundener Prozesse im Ozean ist daher in der Klimadebatte von essentieller Bedeutung, schließlich wurde anthropogen dieses Verhältnis inner-halb weniger Jahrhunderte auf ein Mehrfaches von 10:1 gesteigert. Das Fazit einer Fülle von Untersuchungen, unter denen isotopengeologische Daten eine bedeutende Rolle spielen, ist: Die von uns eingeleitete Veränderung der Atmosphäre läuft derzeit mit erheblich größerer Geschwindigkeit (10–fach und mehr) als während der bedeutendsten im System Erde verursachten „geologischen Unfälle“. Daraus ergeben sich gewisse Verhaltensempfehlungen.